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TU Berlin

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Christian Schröder

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Position: Koordinator im Studiengang „Naturwissenschaften in der Informationsgesellschaft“, Leitung Studiengang „MINTgrün“, Kommissionsmitglied Lehre und Studium

Fakultät: Fakultät II bzw. universitätsübergreifend

Studienzeit an der TU Berlin: 2000-2008

Mitarbeiter an der TU Berlin: seit 2008

Familienstand: verheiratet, 3 Kinder (14, 9 und 4 Jahre alt)

 

 Interview mit Christian Schröder

(Teil 1, geführt am 04.12.2018 von Julia Sommer)

 

Wie verlief dein Studium an der TU Berlin?

Ich habe 2000 an der TU Berlin angefangen zu studieren und habe 2008 meinen Magisterabschluss gemacht. In der Zwischenzeit hatte ich einen Studiengangwechsel und ein Urlaubssemester wegen Erziehungszeit für unser erstes Kind. Die letzten anderthalb Jahre meiner Studienzeit habe ich auch als studentische Hilfskraft gearbeitet. Meine familiären Aufgaben waren während der drei Monate, in denen ich meinen Abschluss gemacht habe, stark reduziert. Wir hatten zum Glück ein gutes Netzwerk durch unsere Eltern. Gleich danach begann meine WiMi-Stelle auch hier an der Uni. Das lief alles nahtlos. Sogar das Büro blieb dasselbe. Die Arbeitsaufgaben von mir waren ganz klar in der Studiengangsentwicklung, Überarbeitung und Neukonzeption von Studiengängen.

 

Wann habt ihr euch dafür entschieden, während des Studiums ein Kind zu bekommen? Was war wichtig für diese Entscheidung?

Unser erstes Kind ist im Sommer geboren, in der vorlesungsfreien Zeit. So konnten wir beide das Semester abschließen und hatten keine Unterbrechung mitten im Semester. Das war ein ganz wichtiger Planungsaspekt. Wir waren in unserem Studium bereits weit fortgeschritten, d.h. wir hatten den Pflichtbereich abgeschlossen und waren in der Phase der Spezialisierung, in der man die Kurse freier wählen kann. Wir wollten jung Eltern werden, wollten aber auch unser Studium fortsetzen. Die ersten Monate war meine Frau zu Hause, anschließend ich. Es war für mich vollkommen klar, dass ich ein Semester mit Kind aussetze. Es war auch schön, noch einmal so komplett raus zu sein.

 

Hat diese bewusste Entscheidung für eine Familie Einschränkungen im Studium nach sich gezogen? Gab es starke Veränderungen?

Ich für mich habe keine Einschränkung im Studium durch Kind gesehen, weil ich das Netz an Familie um mich herum hatte, weil die Strukturen an der Uni gestimmt haben, weil die Kita günstig in Wohnortnähe gelegen war.

Bei der Kurswahl waren die Fahrtwege und Kitazeiten zu beachten. Da wir aber eben im Studium fortgeschritten waren, konnten wir aus verschiedenen Kursen wählen. Wenn es doch mal ein bestimmter Randkurs sein sollte, dann haben wir uns das gegenseitig ermöglicht. Das damalige Elterngeld war für uns auch eine zusätzliche Hilfe. Unser Einkommen war ja zuvor gleich null, da wir beim Studium finanziell von unseren Eltern unterstützt wurden.

 

Welche Unterstützung hast du während des Studiums von Seiten der Uni erhalten? Welche hast du dir erhofft?

Die Familienplanung war eine Entscheidung von uns, da haben wir gar nicht großartig Unterstützung von der Hochschule erwartet, haben sie nicht gesucht und rückschauend auch nicht vermisst oder gebraucht. Es hat einfach alles gepasst.

Von einer Hochschule erwarte ich aus Studierendensicht lediglich, dass sie mir eine breite Wahlmöglichkeit bei Veranstaltungen bietet. Und ich habe genau das bekommen: ein Vielzahl an Kursen zur Auswahl, so dass wir zeitlich wählen konnten, was für uns passte.

 

Und aus heutiger, auch lehrender Sicht? Was ist für die Vereinbarkeit von Studium und Familie wichtig?

Ich werde nicht müde, auch in meinen Veranstaltungen auf die Vereinbarkeit von Studium und Familie hinzuweisen, so dass von Anfang an diese in den Köpfen verankert wird, auch wenn die Familienplanung noch weit weg erscheint. Selbst in den Erstitüten sind mittlerweile Flyer vom Familienbüro, um auf die Angebote der Uni aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass Familie etwas Normales und das Studium nicht vom Leben abgekoppelt ist. Das ist aber eben auch meine Aufgabe als Studienberater und Lehrender.

 Wichtig für die TU ist auch die Einführung eines Familienbüros gewesen, welches ja im Prinzip zwei Funktionen hat: Zum einen als Ort, wo man auf Mängel oder Schwierigkeiten hinweisen kann, zum anderen um Ansprechpartner zu haben, die genau wissen, was geht und was nicht geht.

 Ich fand auch die Einführung einiger Paragraphen wie zum Beispiel den §40 der Prüfungsordnung sehr wichtig, da es ja Schwierigkeiten in dem Bereich gab. Dieser Nachteilsausgleich §40 besagt, man hat unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf einen Ausgleich. Der Paragraph ist auf einen konstruktiven, lösungsorientierten Dialog ausgelegt. Es wäre schön, wenn man viel öfter mit Lehrenden Dinge im Dialog regeln könnte ohne immer auf spezielle Paragraphen verweisen zu müssen. Das funktioniert auch teilweise schon. Einige wollen sich jedoch dem Thema gar nicht annehmen, wenn es so verstanden wird, als ob der Betroffene eine Sonderbehandlung möchte. Aber so ist es ja nicht. Es geht manchmal nur um ein Umdenken und Umplanen. Dafür muss sensibilisiert werden. Regeln kennen, aber nicht gleich auf sie pochen, dann kommt man zu konstruktiven Einigungen.

 Solche Strukturelemente wie Familienbüro und Paragraphen sind grundlegend, damit man sich auf diese berufen kann. Das heißt nicht, dass jedes Mal alle Instanzen genutzt werden müssen, aber man hat eine Struktur, die genau dann, wenn es doch zu einem Konflikt kommt, klare Regelungen aufzeigt. Man weiß, was man darf, was möglich ist. Die Umsetzung kann letztendlich eine ganz andere sein. Vielleicht klärt man das untereinander auf eine andere Art, aber dafür braucht man eben die Rückendeckung durch die Strukturen.

 

Seit 2008 arbeitet Christian Schröder an der TU Berlin. Erfahren Sie hier mehr über seine Wahrnehmung zur Vereinbarkeit von Familie und Arbeit an der Uni.

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