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TU Berlin

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Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen

Lupe

Position: seit 2014 Präsident der TUB
Mitarbeiter_innen: 8304
Familie: 5 Kinder – 2 aus erster Ehe und 3 Kinder mit Partnerin, die ebenfalls in der Wissenschaft arbeitet

Wie sind Sie als Führungskraft bisher mit dem Thema Familienfreundlichkeit in Berührung gekommen?
Zuerst einmal muss ich natürlich in der Rolle als Präsident mein eigenes Familienleben mit meinen Führungsaufgaben vereinen. Als Hochschullehrer wiederum bin ich seit ca. 25 Jahren an der TU, mein ältestes Kind ist jetzt 29. Es war also schon immer meine Aufgabe, die Familie mit der Tätigkeit als Professor zu verbinden. Das Universitätsleben spielt sich zumindest hauptsächlich tagsüber ab, wenn die Kinder in Kindergarten oder Schule gehen. Als Präsident jedoch gibt es für mich sehr viele Abendveranstaltungen, die ich bewusst nicht wahrnehme, weil das für mich mit meiner Familienzeit nicht kompatibel ist. Gleichzeitig setze ich mich dafür ein, dass solche Termine zunehmend in die normale Arbeitszeit integriert werden.

Wann in Ihrem Leben und beruflichen Werdegang ist Familienfreundlichkeit in den Fokus gerückt?
Das fing mit meinem ersten Kind an, da war ich noch Postdoc in Stuttgart. Und auch danach hatte ich eigentlich immer mindestens ein kleines Kind im Betreuungsalter. Deswegen ist es selbstverständlich für mich, dass Familienfreundlichkeit forciert werden muss. Vor 20 Jahren gab es natürlich deutlich weniger Bewusstsein, heute wird das eher als eine familienfreundliche Haltung verstanden.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil – auch in Bezug auf Familienfreundlichkeit – beschreiben?
Familienfreundlichkeit gehört für mich zur Normalität. Obwohl es nicht mein Ziel ist, sehe ich natürlich, dass ich als Präsident eine gewisse Vorbildfunktion einnehme. Auch als Präsident habe ich zum Beispiel wenigstens 3 Monate Elternzeit genommen und das Geschäft lief weiter. Ich freue mich natürlich darüber, wenn ich anderen Vätern signalisieren kann, dass das auch in Führungspositionen möglich und auch erwünscht ist. Ich lege außerdem Wert auf familienkompatible Arbeitszeiten und Flexibilität für meine Mitarbeitenden – generell oder wenn einmal das Kind krank ist, weil ich das auch selber für mich in Anspruch nehme. Meine Frau hat ebenfalls ein voll eingespanntes akademisches Berufsleben, und wir teilen uns die Verantwortung so gut es geht partnerschaftlich und gleichwertig.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Förderung von Familienfreundlichkeit an der TU?
Eine wichtige Form der Familienfreundlichkeit besteht für mich in der Möglichkeit, sich seine Arbeitszeit möglichst flexibel einteilen zu können. Wenn der Kindergarten um vier schließt, dann muss man diese Zeit auch einhalten. Ich finde eine solche Flexibilisierung förderlich, denn besorgte Mitarbeitende sind sicherlich nicht zufrieden in ihrer Arbeit. Es gibt natürlich Aufgaben, die Präsenz erfordern. An der Universität gibt es aber auch viele Büroarbeiten, die man mit den aktuellen digitalen Möglichkeiten auch problemlos von zu Hause leisten kann. Das Verhältnis von Arbeits- und Familienleben sollte gleichwertig sein und nicht auf gegenseitiger Vernachlässigung beruhen.

Wie schätzen Sie das Klima an der TUB bezüglich der Familienfreundlichkeit insgesamt ein?
Als akademische Einrichtung erlaubt sie ihren Mitgliedern allgemein – das betrifft Studierende wie auch Hochschullehrer – relativ große Freiräume, weil es egal ist, wo sie ihre Ideen haben. Natürlich müssen Studierende auch an Veranstaltungen teilnehmen und Hochschullehrer müssen Vorlesungen halten, aber eine gewisse Freiheit gehört zur akademischen Einrichtung traditionell dazu. In der Verwaltung ist die Herausforderung dagegen größer, Vorgänge und Dienstzeiten zu flexibilisieren. Inwiefern wirkt sich Familienfreundlichkeit auf den Erfolg der TU Berlin aus? Familienfreundlichkeit als Wert wirkt sich hochgradig auf den Erfolg aus, weil die Menschen über diese organisatorischen Freiheiten in ihrem Leben glücklicher und zufriedener sind und dadurch auch am Arbeitsplatz produktiver mit ihren Ideen und Fähigkeiten umgehen können.

Wie sähe Ihrer Meinung nach die Technische Universität der Zukunft in Sachen Familienfreundlichkeit aus?
Das Arbeiten an der TU soll in Zukunft für alle Statusgruppen und in allen Bereichen noch stärker familienkompatibel sein. Vorlesungen können technisch übertragen und Verwaltungsaufgaben im Home Office erledigt werden. Eine Flexibilisierung der Arbeit durch die Digitalisierung der Universitäten soll ausgebaut werden, das streben wir definitiv an.

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Kontakt Familienbüro

Daniela Pietschmann
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Fax: (030) 314-29861

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