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TU Berlin

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Dr. Ulrike Hillemann-Delaney

Lupe

Position: Leitung Internationales Büro

Mitarbeiterin an der TU Berlin: seit 01.04.2017

Familienstand: verheiratet, 3 Kinder (1, 4 und 7 Jahre alt)

Ich bin stolz auf… meinen Mann, der oft als einziger Vater auf den Spielplätzen sitzt, die Kita- und Schultermine wahrnimmt. Und der sich darüber aufregt, dass das überhaupt erwähnenswert ist.

 

 

Interview mit Frau Dr. Hillemann-Delaney

(geführt am 02.04.2019 von Julia Sommer)

 

Wie würden Sie Ihren Werdegang an der TU Berlin beschreiben?

Ich wurde 2017 an der TU eingestellt und war dann bis Januar 2018 in Elternzeit. Es war sicher ungewöhnlich, eine schwangere Frau einzustellen, aber dadurch, dass ich schon im Bewerbungsverfahren offen mit Frau Prof. Ittel sprechen konnte, konnten wir die Elternzeit und den Einstieg danach gut planen.

In der Elternzeit habe ich Kontakt zum Team gehalten. Vor dem Wiedereinstieg fanden selbstorganisierte Treffen statt, um keinen Kaltstart zu haben. Das war mir wichtig, denn es hatten sich ja zwei Dinge überschnitten: Ich habe einen neuen Job angefangen und bin aus der Elternzeit zurückgekommen.

Seit meiner Rückkehr habe ich ein spannendes Jahr mit vielen Projekten erlebt. Ich bin genau in dem Kontext eingestiegen, in dem der Antrag für die Exellenzinitiative geschrieben wurde, wodurch ich auch mit Kollegen aus anderen Unis zusammengearbeitet habe. Mein Team hat mich sehr unterstützt. Dafür bin ich dankbar.

 

Wie schätzen Sie das Klima an der TU bezüglich der Familiengerechtigkeit insgesamt ein?

Die TU ist in meinen Augen ein familienfreundlicher Arbeitgeber. Mitarbeiter*innen arbeiten z.B. in Teilzeitmodellen, was hier an der Uni durchaus unterstützt wird. Arbeit und Familie existieren parallel und man möchte beides zusammenbringen. Phasenweise verschieben sich die Schwerpunkte: mal steht die Familie mehr im Mittelpunkt, mal die Arbeit. Darauf sollte man flexibel reagieren können, z.B. durch einen Wechsel von Vollzeit auf Teilzeit und wieder zurück.

Die TU bietet auch zusätzliche Familienangebote an, wie die Betreuung von Kindern auf Veranstaltungen. Außerdem ist es schön, dass hier Kinder den Arbeitsplatz der Eltern kennen lernen können. Das finde ich wichtig. Ich habe vorher in einem Kontext gearbeitet, wo das nicht möglich war.

 

Sind die Arbeitszeiten an der TU familienbewusst? Gibt es feste Zeiten, zu denen Sie da sein müssen?

Es ist Flexibilität bei der Zeiteinteilung gegeben. Das ist für meine Mitarbeiter*innen wichtig. Zu den Kernarbeitszeiten sollten alle Mitarbeiter*innen da sein, aber sonst kann man flexibler agieren. Bei meinen Mitarbeiter*innen verstehe ich, wenn sie pünktlich gehen, um ihre Kinder abzuholen etc. Bei Veranstaltungen und Reisen versuchen wir Rücksicht auf die Mitarbeiter*innen mit Familie zu nehmen.

Ich persönlich bringe zweimal die Woche die jüngeren Kinder in die Kita und bin dann erst 9:30 da, an den anderen Tagen 8:30. Nachmittags mache ich oft Überstunden und auch bei Reisen und Veranstaltungen bin ich dabei, auch durch meine leitende Position bedingt. Durch die Flexibilität meines Mannes und zwei helfende Großelternpaare kann ich meine Vollzeitstelle und diese zusätzlichen Termine bewerkstelligen.

 

Verspüren Sie persönlich den Druck, auch in Ihrer Familienzeit noch Arbeitsdinge bedenken zu müssen oder sind Privat- und Arbeitsleben gut trennbar?

In  Internationales kann man nach der Arbeit die Tür zu machen und abschalten. Wir haben die Möglichkeit, nach Hause zu gehen und dann auch ganz bei der Familie zu sein. Man wird nicht gezwungen, die Nächte durchzuarbeiten oder Dinge außerhalb der Arbeitszeit klären zu müssen. Allerdings gibt es bei uns auch immer wieder Stoßzeiten, und ich bin den Mitarbeiter*innen sehr dankbar, dass sie dann länger bleiben. Wenn ich das mit den Erzählungen von Freunden und Bekannten aus der freien Wirtschaft vergleiche, ist das bei uns familienfreundlicher und es lässt sich gut eine Balance finden.

 

Mit welchen familienbezogenen Problemen kommen Ihre Mitarbeiter*innen zu Ihnen?

Aktuell ist das Finden von Kitaplätzen ein großes Problem, wenn Mitarbeiter*innen aus der Elternzeit zurückkommen wollen. Dieses Thema kommt immer wieder hoch, wie überall in Berlin. Sonst sind es eher kurzfristige Engpässe, die geklärt werden müssen. Es ist mir wichtig, dass Mitarbeiter*innen die Arbeit mit dem Familienleben vereinen können. Ich denke, dies ist ein Geben und Nehmen. Ist man an manchen Stellen etwas flexibler, sind die Mitarbeiter*innen auch engagierter und reagieren in anderen Momenten ebenfalls flexibel.

Oft wäre es gut, wenn Telearbeit spontaner möglich wäre, zum Beispiel wenn das Kind erkrankt. Ich denke, das wäre näher an der Realität von Familien.

 

Also finden Sie Telearbeit gut?

Ich persönlich habe kein Problem damit, dass Mitarbeiter*innen ihre Arbeit von Zuhause aus erledigen. Die bisherigen Regelungen begrenzen die Heimarbeit immer nur auf ein Jahr. So kann man sehen, ob es funktioniert. Wenn man feststellt, dass Zuhause nicht die ideale Arbeitsatmosphäre herrscht oder es aus anderen Gründen so nicht funktioniert, kehrt man eben zur Büroarbeit an der Uni zurück. Man kann es also ausprobieren und der/die Vorgesetzte hat noch die Möglichkeit auf rapide sinkende Leistung zu reagieren.

 

Haben Sie auch Mitarbeiter*innen, die nebenbei Familienangehörige pflegen?

Wir haben eine Angestellte, die ihre Arbeitszeit reduziert hat und die 10 Angehörigenpflegetage im Jahr gut gebrauchen kann und nutzt. Dies ist ein gutes Modell und erlaubt, an diesen Tagen, Arztbesuche mit Angehörigen wahrzunehmen. Auch dies ist eine Realität in Familien. Die Pflege von Angehörigen kommt nun mal auch auf viele Mitarbeiter*innen zu.

 

Wie sähe Ihrer Meinung nach die (technische) Universität der Zukunft in Sachen Familiengerechtigkeit aus? 

Wenn ich träumen dürfte, sollte das flexible Arbeiten im Vordergrund stehen, was Arbeitszeiten und Heimarbeit betrifft. Arbeiten sollte weniger starr sein. Eine größere Kita wäre toll, wo wirklich jeder Mitarbeiter*innen zumindest einen Notfallplatz für ein halbes Jahr bekommen könnte.

 

Vielleicht wären regelmäßige Einführungstage gut, also Orientierungslehrgänge für Neuangestellte und Mitarbeiter*innen, die nach längerer Erkrankung oder Elternzeit zurückkehren und auf denen Veränderungen an der Uni, Regelungen und wichtige Anlaufstellen thematisiert werden.

 

Es wäre ebenfalls gut, wenn Leitungspositionen durch mehrere Teilzeitkräfte besetzt würden, die sich dann Verantwortung und Aufgaben teilen. So kann die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie auch von leitenden Mitarbeiter*innen besser erreicht werden und die Präsenz der Leitung hängt nicht nur an einer Person.

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